Die Geschichte des heutigen Weges,
des jetzt durch Beschilderung
ausgewiesenen Südostbayerischen Jakobsweges

Jakobsweg in seiner Spiritualität

Mit Beginn der liturgischen Bewegung, wo die Kirchenbauten oft reformiert wurden
und die alten Kunststile wieder aufgenommen wurden als Neoromanik, Neogotik, Neobarock,
wurde auch das mittelalterliche geistige Erbe wieder aufgegriffen.

Dies berührte auch den Jakobusweg.

Spuren dieser Begeisterung finden wir in den Kirchen, die zu dieser Zeit neu ausgeschmückt
oder ganz neu errichtet wurden.

So z. B. die neuausgestattete Kirche von Neuötting, die zweimal einen neoklassizistischen Jakobus mit der Pilgermuschel beinhaltet. Ebenso zeigt dies die neu errichte Kirche von Übersee, in der der pilgernde Jakobus im Kirchenfenster zum Glaubensartikel "Auferstehung der Toten (alt: des Fleisches)" dargestellt wurde.

NNeuoe2.jpg (12966 Byte)   Neuötting ChUebseJk.jpg (18558 Byte)   Übersee

Man besann sich also des Jakobusweges
z. Zeit der beginnenden Liturgischen Bewegung (Ende des 19. Jh, Anfang des 20. Jh.)
auch in unserem südlichen Bayernland verstärkt wieder.

Hundert Jahre später erklärte im Jahre 1987 der Europarat
den Jakobsweg zum ersten Europäischen Kulturweg.

Die Santiago de Compostela Deklaration des Europarates
vom 23.10. 1987
Die Santiago de Compostela Deklaration des Europarates
vom 23.10. 1987
Die menschliche Dimension der Gesellschaft, die Ideen von Freiheit und Gerechtigkeit und das Vertrauen in den Fortschritt sind die Prinzipien, die geschichtlich die verschiedenen Kulturen, die die europäische Identität darstellen, geschmiedet haben.
 
Die verschiedenen Kulturen Europas bildeten sich im Laufe ihrer Geschichte durch den Gemeinschaftssinn in der Gesellschaft, die Ideen von Freiheit und Gerechtigkeit und das Vertrauen in den Fortschritt. Alle Elemente zusammen tragen zur eigenen und spezifischen europäischen Identität bei.
 
Diese kulturelle Identität erwächst seit eh und je aus der Existenz eines europäischen Raumes, voller gemeinsamer Erinnerungen und durchzogen von Wegen, die die Entfernungen, die Grenzen und das Unverständnis überwinden.
 
Diese kulturelle Identität kann und konnte sich durch das Bestehen eines europäischen Raumes verwirklichen, der von einem gemeinsamen Denken und Handeln geprägt ist und von Wegen durchzogen wird, die Entfernungen, Grenzen und Sprachen überwinden.
 
Der Europarat schlägt heute die Wiederbelebung einer dieser Wege vor, denjenigen, der nach Santiago de Compostela führte. Dieser Weg, höchst symbolisch für den europäischen Entwicklungsprozess, wird als Referenz und Beispiel für zukünftige Aktionen dienen. Zu diesem Zweck rufen wir die Behörden, Institutionen und Bürger auf:
 
Der Europa-Rat  schlägt gegenwärtig die Wiederbelebung eines dieser Wege vor, nämlich desjenigen, der nach Santiago de Compostela führt, und wegen seines außerordentlich symbolhaften Charakters für den Prozess des Werdens Europas ist er als Beispiel für künftige Vorhaben dieser Art gedacht. Darum rufen wir die Behörden, die Institutionen und die Bürger Europas auf, uns bei folgenden Vorhaben zu unterstützen:
 
1. Sich weiterhin dafür einzusetzen, die Wege von Santiago im gesamten europäischen Territorium wiederaufzufinden;
 
1. Die Bemühungen, die Jakobus-Pilgerwege in ganz Europa zu fördern und fortzuführen.
 
2. Markierungen der Hauptpunkte der Marschroute durch den Gebrauch des Emblems, das der Europarat vorgeschlagen hat, anzubringen;
 
2. An allen wichtigen Orten und Baudenkmälern entlang des Weges Hinweise mit dem vom Europa-Rat vorgeschlagenen Emblem anzubringen.
 
3. Sich dafür einzusetzen, Baudenkmäler und Naturschönheiten in der Nähe dieser Wege zu restaurieren und dadurch zur Geltung zu bringen;
 
3. In Zusammenarbeit mit Denkmal- und Naturschutz die Restaurierung und Anerkennung geeigneter Objekte in Angriff zu nehmen.
 
4. Programme zur kulturellen Belebung zu entwickeln, um das historische, literarische, musikalische und künstlerische Erbe wiederzuentdecken, das durch die Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela geschaffen wurde;
 
4. Kulturprogramme zu entwickeln, die der Wiederherstellung des historischen, literarischen, musikalischen und künstlerischen Erbes dienen, die die Pilgerfahrten nach Compostela hervorbrachten.
 
5. Den ständigen Austausch zwischen den Städten und Regionen entlang dieser Wege zu fördern;
 
5. Die Herstellung ständigen Kontaktes und Austausches zwischen den an diesem Weg gelegenen Städten und Regionen zu fördern.
 
6. Im Rahmen dieses Austausches das künstlerische kulturelle zeitgenössische Schaffen anzuregen. um diese Tradition wieder aufleben zu lassen und die unvergänglichen Werte der kulturellen europäischen Identität zu erhalten.
 
6. Das zeitgenössische künstlerische und kulturelle Schaffen in den Rahmen dieses Austausches mit ein zu beziehen, um Anreiz zur Erneuerung dieser Tradition zu geben und die zeitlosen Werte des kulturellen Identität Europas zu bezeugen.
 
Dass der Glaube, der die Pilger im Laufe der Geschichte beseelt hat und der sie vereinigt hat im gemeinsamen Trachten jenseits aller Unterschiede und nationalen Interessen, auch uns heute und ganz besonders die Jugend inspirieren möge, diese Wege zu begehen, um eine Gesellschaft, die auf Toleranz und Respekt, Freiheit und Solidarität gegründet ist, zu schaffen. Es wäre zu hoffen, dass die Überzeugung, die die Pilger auf die Wege zu dem gemeinsamen Ziel jenseits aller Unterschiedlichkeit und aller nationalen Interessen geführt hat, auch uns in der jetzigen Zeit wieder Antrieb verschaffen könnte. Besonders aber ist die Jugend aufgerufen, diesem Weg zu folgen, in einer Gesellschaft hervorzubringen, deren Basis die Toleranz, der gegenseitige Respekt, die Freiheit und die Solidarität sind.

Quelle: Europarat: FUTURE für our p AST Nr. 32, Straßburg 1988, S.4

Quelle: STERNENWEG 1 von 1988, S. 25f.

Den wichtigsten Teil des Jakobsweges von den Pyrenäen nach Santiago
erhob1993 die UNESCO zum Weltkulturerbe,
was den europäischen Jakobsweg noch stärker ins Bewusstsein rückte.

In dieser Tradition stehend schrieb Bernhard Graf
seine Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie
"Oberdeutsche Jakobsliteratur. Eine Studie über den Jakobskult in Bayern, Österreich und Südtirol", tuduv 1991

 

Als Frucht dieser Arbeit
brachten Bernhard Graf und Hans-Günther Kaufmann
das Buch: "Auf Jakobs Spuren in Bayern, Österreich und in der Schweiz",
herausgebracht im Rosenheimer Verlag 1993 heraus.

BKaufm.jpg (13416 Byte)

Diese Autoren geben folgende Stellen des Weges an:
Engelhartszell, Gottsdorf, Passau, Schärding,
Burghausen, Raitenhaslach, Rabenden, Obing, Schönberg, Wasserburg, 
Jakobsberg, Willing, Petersberg auf dem Madron, Kufstein.
Dazu noch Stellen in unserer Ecke ohne weitere Einordnung:
Altötting, Tuntenhausen, Urschalling, Frauenwörth, und Bad Tölz.
 

Ein Jahr später erschien das Buch zur Fernsehreihe "Die Kirche und der Wirt", von
Hubert Schöne, "Die Kirche und der Wirt, Auf bayerischen Jakobswegen" im Verlag der TR-Verlagsunion.

BHSch.jpg (10906 Byte)
Herr Schöne beschrieb die Orte
Engelszell, Gottsdorf, Passau, Vornbach, Suben, Reichersberg, Ranshofen,
Seibersdorf, Burghausen, Raitenhaslach,
Baumburg und Rabenden, Obing, Schönberg, Wasserburg,
Jakobsberg, Rohrdorf.

JkRdGg.jpg (11880 Byte)

Drei Jahre später, 1997, widmete sich die Jakobusgesellschaft Rohrdorf dem Gebiet Südostbayerns. So unternahmen Mitglieder einen Pilgermarsch von Bad Endorf nach Rohrdorf und von Urschalling nach Rohrdorf.

Ein Jahr später war wiederum ein südostbayersicher Pilgermarsch von dieser Gemeinschaft unternommen worden: Von Rabenden über Obing, Albertaich , Schönberg nach Wasserburg.

Im Jahre 2000 unternahm diese Gemeinschaft einen dritten Pilgermarsch im Südostbayerischen Raum: Von Willing über Wilparting nach Weyarn.

Zwei Jahre später unternahm diese Gemeinschaft eine Fußwanderung von Burghausen über Marienberg und Pirach nach Altötting.

 

Twappen.jpg (13266 Byte)Seit 2001 arbeiten die Tiroler daran, ihren Weg, vorgeschlagen von Peter Lindenthal, als offiziellen Pilgerweg auszuweisen.

 

EuregioInntaleVLogo

Im Jahr 2002 hat sich die Euregio Inntal dem Vorhaben angeschlossen und arbeitet an einer Erschließung des Jakobsweges in Südostbayern.
Initiator der Errichtung
des Südostbayerischen Jakobsweges
war der damalige Leiter,
Herr Josef Roßmadl.

EuregioInntaleVLog

 

Als ich davon durch den Bayerischen Staatsminister MSchnappauf.jpg (5343 Byte)   Schnappauf   im Okt. 2002
in Kennntnis gesetzt wurde, habe ich mich der Arbeit gewidmet.

Im Jan 2003 hat Fr. Christine Lichtenauer, ChrLicht.jpg (4840 Byte) Geschäftsführerin des Tourismusverbandes München-Oberbayern,
mich gebeten, vom Inntal gegen Westen vor den Alpen den Jakobsweg mit dem Münchner Jakobsweg zu verbinden.

Im Mai 2003 hat Abt Martin Felhofer vom Stift Schlägl StSchlaegl.jpg (12239 Byte) mir den Weg gewiesen,
wie der Jakobsweg von ehemaligen Seelsorgebereich des Stiftes in der heutigen Tschechei
über das Mühlviertel nach Bayern zu legen ist.

LandSbg.jpg (7528 Byte)  Seit Anfang 2004 arbeitete auch Salzburg daran, den Österreichischen Weg im Land Salzburg auszuweisen,
und arbeitete mit der Euregio Inntal zusammen.

Ein herzliches Ultreia für alle Jakobspilger

Fahnere.jpg (34014 Byte)

Und wie die weitere Konkretisierung zu einem lebendigen Jakobweg geworden ist:
Hier die Punkte: weiter


und wenn Sie ohne Linkrahmen die Seite sehen:  Home